Entlastung für Verwaltung und Unternehmer in Sicht

Entlastung für Verwaltung und Unternehmer in Sicht

Drittes Bürokratieentlastungsgesetz geplant

 

Im Jahr 1894 definiert Meyers Konversationslexikon das Wort Bürokratie als eine Bezeichnung für eine kurzsichtige und engherzige Beamtenwirtschaft, welcher das Verständnis für die praktischen Bedürfnisse des Volkes fehlt*. Bürokratische Gesetze und Anweisungen rauben auch heute noch vielen Unternehmen und der Verwaltung wertvolle Kapazitäten an Personal, Zeit und weiteren Ressourcen. Dies zu ändern ist erneut Ziel eines Gesetzesentwurfs, dem Entwurf zum Bürokratieentlastungsgesetz III. Doch auch diesmal wird nicht alles abgeschafft oder geändert, was der Einzelne als bürokratisch empfindet.

Änderungen sind dabei auch im Steuerrecht geplant. So sieht der Gesetzesentwurf vor, dass der jährliche Freibetrag für Maßnahmen des Arbeitgebers zur betrieblichen Gesundheitsförderung von 500 Euro auf 600 Euro angehoben wird. Auch bei der Pauschalierungsmöglichkeit von Arbeitslöhnen für kurzfristig Beschäftigte gibt es Verbesserungen. Aktuell können vom Arbeitgeber Arbeitslöhne für kurzfristig Beschäftigte ohne Lohnsteuerkarte pauschal mit 25 % Lohnsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventuell pauschaler Kirchensteuer besteuert werden, wenn der Tagesarbeitslohn die Grenze von 72 Euro nicht übersteigt. Ab 2020 soll dies für Arbeitslöhne bis 120 Euro je Arbeitstag möglich sein. Damit wird die regelmäßige Erhöhung des Mindestlohns alle zwei Jahre berücksichtigt. Zudem gibt es verschiedene Branchen-Mindestlöhne, die über dem gesetzlichen Mindestlohn von derzeit 9,19 Euro brutto je Arbeitsstunde liegen. Nicht nur die Tageslohngrenze, sondern auch der pauschalierungsfähige Stundenlohn wird angehoben. Er steigt von derzeit 12 Euro auf 15 Euro.

Neben den lohnsteuerlichen Änderungen sind auch zwei Änderungen in der Umsatzsteuer geplant. So können sich potenzielle Unternehmensgründer freuen. Wer aktuell ein Unternehmen gründet, muss für die ersten zwei Jahre monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben, auch wenn in der Einrichtungsphase eines Unternehmens gar keine Umsatzsteuer anfällt. Im Ergebnis wird dadurch nur bürokratischer Aufwand produziert. Daher ist ab 2021 - und zunächst für sechs Jahre - geplant, dass auch Unternehmensneugründer quartalsweise ihre Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben dürfen, wenn die Umsatzsteuer im Erstjahr nicht mehr als 7.500 Euro betragen hat. Soweit das Unternehmen nicht im ganzen Jahr bestanden hat, ist auf eine fiktive Jahresumsatzsteuer hochzurechnen.

Ab 2021 soll es auch mehr Unternehmern möglich sein, die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen zu können. Der Vorjahreswert für die Kleinunternehmergrenze soll angehoben werden: von derzeit 17.000 Euro auf 22.000 Euro. Danach muss ein Unternehmer 2021 keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen, wenn der Vorjahresumsatz (2020) den Betrag von 22.000 Euro nicht übersteigt und in 2021 voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz erzielt wird. Es wird geschätzt, dass damit ca. 68.400 Steuerpflichtige erstmalig keine Umsatzsteuer auf ihre angebotenen Waren und Dienstleistungen berechnen müssen. Im Gegenzug sind Kleinunternehmer aber auch nicht zum Vorsteuerabzug aus Rechnungen berechtigt, die sie selbst bezahlen mussten. Da die Regelung zum 1. Januar 2021 in Kraft treten soll, wird das Umsatzsteuerjahr 2020 darüber entscheiden, ob Sie von der Neuregelung profitieren können.

Tipp: Unternehmer, die Jahresumsätze zwischen aktuell 17.500 Euro und den geplanten 22.000 Euro erzielen, sollten die weitere Gesetzgebung zum Bürokratieentlastungsgesetz III verfolgen. Zudem haben Unternehmen, die ihren Gewinn als Einnahme-Überschuss-Rechnung ermitteln, Gestaltungsmöglichkeiten, um die Umsatzgrenzen nicht zu überschreiten. Sprechen Sie dazu Ihren Steuerberater gern an.

Hinweis: Unternehmer, die ihre Waren nur auf der eigenen Unternehmenswebsite anbieten, benötigen keine Unternehmerbescheinigung. Und auch Unternehmer, die auf Online-Verkaufsportalen Vermittlungsleistungen und andere Dienstleistungen anbieten, wie z. B. Hotels und Pensionen mit ihren Zimmerangeboten, benötigen keine Unternehmerbescheinigung.

* siehe Seite Bürokratie. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 18. September 2019, 17:10 UTC, URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=B%C3%BCrokratie&oldid=192371810 (Abgerufen: 1. Oktober 2019, 17:07 UTC

(Stand: 27.09.2019)

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